Das dritte Thema möchte ich besonders hervorheben. Es ist die Kategorie existenzieller Risiken: Ereignisse wie ein Atomkrieg oder eine globale Pandemie, die die Zivilisation endgültig scheitern lassen oder sogar zum Aussterben der Menschheit führen könnten. Lassen Sie mich erklären, warum das unter diesen Optionen solche Priorität hat.
Zum Ersten: das Ausmaß. Wie schlimm wäre eine wahrhaft existenzielle Katastrophe? Sie würde den Tod aller sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten bedeuten, also Ihren und den derer, die Sie kennen und lieben. Das ist eine Tragödie unvorstellbaren Ausmaßes. Aber das ist noch nicht alles: Sie würde auch das Potential der Menschheit beeinträchtigen, und das ist meiner Meinung nach enorm. Die Menschheit gibt es seit ungefähr 200.000 Jahren. Nach dem Beispiel einer typischen Säugetierart würde sie etwa zwei Millionen Jahre bestehen. Wäre die Menschheit ein einzelnes Individuum, wäre sie heute erst zehn Jahre alt. Dabei sind Menschen keine typische Säugetierart: Es gibt keinen Grund, warum wir nach nur zwei Millionen Jahren aussterben sollten. Die Erde bleibt noch weitere 500 Millionen Jahre bewohnbar. Würden wir einst zu den Sternen aufbrechen, könnte die Zivilisation noch Milliarden Jahre fortdauern.
Ich glaube also, die Zukunft wird gewaltig, aber wird sie auch gut? Ist es die menschliche Spezies wert, zu überleben? Wir hören zwar ständig, dass alles immer schlimmer wird, aber wenn wir Langzeittrends betrachten, hat sich die Lage drastisch verbessert. Da ist zum Beispiel die Lebenserwartung. Da ist der Anteil Menschen, die nicht in extremer Armut leben. Da ist die Zahl der Länder, die Homosexualität entkriminalisieren. Da ist die Zahl der Länder, die zu Demokratien wurden. Wenn wir also in die Zukunft schauen, könnte noch viel mehr erreichbar sein. Wir sind dann so viel reicher, wir können so viele heute unlösbare Probleme lösen.
Wenn dies ein Graph des bisherigen menschlichen Fortschritts und Erfolgs im Lauf der Zeit ist, könnte der künftige Fortschritt so aussehen. Er ist gigantisch.
Ab hier würden wir etwa erwarten, dass niemand mehr in extremer Armut lebt. Ab hier würden wir erwarten, dass es jedem besser geht als der reichsten heute lebenden Person. Vielleicht würden wir hier die fundamentalen Naturgesetze der Welt entdecken. Vielleicht würden wir hier ein ganz neue Kunstform entdecken –- eine Art von Musik, für die uns heute noch das Gehör fehlt. Das sind nur die nächsten Jahrtausende. Danach können wir uns weitere Gipfel menschlicher Errungenschaften kaum mehr vorstellen.