Punkt 2 des Fünf-Punkte-Plans

Hast du dich jemals gefragt, wie viel Einfluss du durch deine Arbeit haben kannst? Viele Menschen unterschätzen, welchen Unterschied sie als Einzelperson machen können. Das gilt auch – und gerade für – deinen Beruf. Ein Berufsleben dauert Jahrzehnte, in denen du an den meisten Tagen des Jahres acht Stunden arbeitest. Das ist viel Zeit, um die Welt zu verbessern!

Einzelne Personen können einen großen Unterschied machen

Die Geschichte zeigt, dass auch eine einzelne Person viel verändern kann. Ein gutes Beispiel ist Dr. David Nalin. Er mischte als Erster Salz, Traubenzucker und Wasser, um gegen Cholera zu behandeln. Anders als die Therapien zuvor ist diese Mischung zum Trinken günstig, funktioniert ohne teure medizinische Geräte und braucht kein Fachpersonal. Sie funktioniert auch bei anderen Durchfallerkrankungen und hat bisher über 50 Millionen Menschen das Leben gerettet.

Auch du kannst etwas verändern

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du etwas bewegen kannst. Egal, welchen Job du hast.

Du kannst direkt an der Lösung eines Problems arbeiten. Oder du spendest einen Teil deines Einkommens an effektive Organisationen, um Leben zu retten oder zur Lösung eines Problems beizutragen.

Durch politisches Engagement kannst du Einfluss auf wichtige Entscheidungen nehmen. So kannst du das Leben vieler Menschen verbessern. Du kannst auch anderen helfen, effektiver zu werden. Zum Beispiel durch das Teilen von Ideen, Kommunikation, Events oder Fundraising für Organisationen.

Natürlich kannst du nicht an allen Problemen der Welt gleichzeitig arbeiten. Deshalb ist es wichtig, ein Problem zu finden, bei dem du einen Unterschied machen und möglichst viel Gutes bewirken kannst: Dein Problem.

Finde dein wichtiges Problem

Identifiziere ein großes und wichtiges Problem, auf das du dich konzentrieren möchtest. Dabei ist nicht jedes Problem gleich gut geeignet, um ihm deine Karriere zu widmen. Drei Faktoren können dir helfen, passende Probleme zu identifizieren:

  • Größe: Wie viele Menschen oder Tiere betrifft es? Wie stark betrifft es sie? Und wie groß ist der langfristige Nutzen einer Lösung? Je größer ein Problem und seine Auswirkungen, desto größer ist der positive Einfluss einer Lösung.
  • Vernachlässigung: Arbeiten bereits viele Menschen an dem Problem? Gibt es noch Maßnahmen, die mit relativ wenig Aufwand umgesetzt werden können? Wenn der Bereich bereits mit Arbeitskraft gesättigt ist, wirst du schwieriger etwas verändern können als in einem vernachlässigten Bereich.
  • Lösbarkeit: Ist das Problem lösbar? Wenn nicht, verschwendest du deine Zeit und wirst nichts verändern können.

Was sind die dringendsten Probleme der Welt?

Viele der dringendsten Probleme der Welt erhalten nicht die Aufmerksamkeit und Ressourcen, die sie verdienen. So können wir oft in anderen Ländern mit dem gleichen Einsatz mehr bewirken als in Europa. Relativ wenig Ressourcen fließen in den Kampf gegen die Massentierhaltung, obwohl dort Milliarden Tiere leiden. Es könnten noch viel mehr Lebewesen in Zukunft leben, wenn wir existenzielle Katastrophen verhindern.

Und vielleicht übersehen wir noch ein ganzes Problemfeld. Deshalb brauchen wir mehr Forschung an den Problemen und eine bessere politische Landschaft für die Zukunft.

Welche Jobs verändern am meisten?

Verschiedene Karrierewege bieten unterschiedliche Möglichkeiten, um eine große positive Veränderung zu bewirken. Wer die eigene Karriere auf höheren Verdienst ausrichtet, kann mehr spenden und dadurch mehr bewirken. Und auch die direkte Arbeit an einem Problem kann sehr einflussreich sein: wichtige Ideen kommunizieren, forschen, die Politik verändern und neue Organisationen aufbauen sind gute Optionen, um etwas zu bewirken.

Direkt an einem Problem arbeiten 

Du kannst etwas ganz besonders gut, besser als die meisten anderen? Kaum eine andere Person ist für einen Job so geeignet wie du? Egal ob das an deinen Fähigkeiten oder deiner Persönlichkeit liegt: Nutz es! So kannst du in der direkten Arbeit einen großen Unterschied machen.

Das geht übrigens nicht nur in Nichtregierungsorganisationen (NGOs), wie zum Beispiel Hilfsorganisationen. Auch in der Forschung, der Politik oder im Journalismus kannst du viel bewegen. Ein Bonus an der Arbeit außerhalb von NGOs: dein Gehalt kommt nicht aus Spendengeldern. So bleibt mehr von den Spenden übrig, um die Gehälter anderer oder Materialien für die Arbeit der NGO zu bezahlen. 

In einer NGO arbeiten

Unabhängige Nichtregierungsorganisationen, im englischen Non-Governmental Organizations (NGOs), versuchen Probleme direkt zu lösen. Besonders viel bewegen kannst du bei Organisationen, die sich gegen wichtige Probleme einsetzen und mit wissenschaftlichen Methoden versuchen, möglichst viel zu verändern. 

Diese Ideen setzen viele Organisationen um, die dem Effektiven Altruismus nahestehen. Es gibt außerdem Meta-Organisationen. Sie arbeiten zum Beispiel im Fundraising für andere effektive NGOs oder erklären, warum ein Fokus auf Impact und wissenschaftliche Methoden hilft, mehr zu verändern.

Es gibt keine (effektive) Organisation, die an deinem Problem arbeitet? Vielleicht ist es sinnvoll, wenn du das änderst: Gründe eine neue effektive Hilfsorganisation, die es ohne dich nicht gäbe. Das solltest du aber nur tun, wenn sie wirklich bedeutende Vorteile gegenüber bereits existierenden Organisationen hat. Du kannst auch ein Unternehmen gründen, das das Problem bearbeitet und nicht auf Spenden angewiesen ist.

In der Forschung arbeiten

Egal ob du daran arbeitest, künstliche Intelligenz sicherer zu machen, pflanzenbasierte Ernährung zu verbessern oder Probleme besser zu priorisieren: Forschung und wissenschaftliches Denken sind die Grundlage effektiver Veränderung. Noch immer sind sehr viele Fragen offen, zu deren Lösung du beitragen kannst.

Wichtig ist, dass du an einem dringenden, großen und lösbaren Problem forschst.

Bei einer Karriere in der Wissenschaft darfst du dir nicht alle Forschungsthemen selber aussuchen (meistens kannst du aber wenigstens ein bisschen beeinflussen, woran genau du arbeitest).  

In der Politik arbeiten 

Die dringendsten Probleme der Welt sind immer auch gesellschaftliche Probleme. Wie die Politik mit ihnen umgeht, kann alles verändern. Im öffentlichen Dienst oder der Regierung kannst du direkten Einfluss darauf haben, zum Beispiel indem du Gesetze und Vorgaben sinnvoll gestaltest. Weil sie für alle gelten, sind sie ein sehr effektiver Hebel, um Probleme zu lösen.

Gleichzeitig entscheidet die Politik darüber, welche Forschung und Organisationen Geld vom Staat bekommen. Mit einem Job in der Politik kannst du hier die Aufmerksamkeit auf die wirklich dringenden Probleme lenken und dafür sorgen, dass effektive Organisationen gefördert werden, die wirklich etwas verändern. So kannst du indirekt sehr viel Gutes erreichen.

Nicht nur Abgeordnete beeinflussen politische Entscheidungen: In Ministerien und Behörden arbeiten Fachexpert:innen und politische Berater:innen. Abgeordnete und Fraktionen im Parlament haben Teams, die ihnen beim Vorbereiten wichtiger Entscheidungen helfen. Und auch Denkfabriken (Think-Tanks) und Lobbygruppen beraten und beeinflussen dadurch die Politik. Du kannst also auch außerhalb von Parteien und gewählten Ämtern die Politik verändern.

Du wirst in deiner politischen Karriere auch an Problemen arbeiten, die nicht zu den wichtigsten der Welt gehören. Dafür ist deine positive Wirkung aber sehr groß, wenn du doch bei wichtigen Entscheidungen zu den dringendsten Problemen mitwirken kannst.

In den Medien arbeiten

Mit einer Karriere im Journalismus kannst du viele Menschen erreichen und ihnen Ideen vermitteln. So kannst du sowohl die Politik als auch das Handeln vieler einzelner Menschen beeinflussen. Zum Beispiel, wenn du mit reichweitenstarken Artikeln, Videos oder Podcasts auf ein dringendes Problem aufmerksam machst. Das kann Menschen motivieren, sich zu engagieren oder dafür sorgen, dass die Politik einschreitet. Es ist auch sehr wertvoll, mehr Menschen darüber zu informieren, wie sie die wichtigsten Probleme der Welt erkennen und effektiv helfen können.

Willst du direkt an einem Problem arbeiten? Dann finde Karriereoptionen und starte durch.

 

Mehr verdienen, mehr spenden: Earning to Give und effektives Spenden

Auch mit Spenden kannst du wirklich viel verändern. Du musst übrigens nicht reich werden oder einen Spitzenjob haben, um mit deinen Spenden etwas verändern zu können. Wenn du zum Beispiel in Berlin an einer Grundschule unterrichtest, verdienst du ab dem Berufseinstieg deutlich mehr als 5.000 Euro brutto im Monat. Wenn du zehn Prozent deines Gehalts spendest, sind das über 6.000 Euro pro Jahr. Damit kannst du etwa zwei Menschen in extrem armen Ländern das Leben retten oder tausenden Tieren ein leidvolles Leben in der Massentierhaltung ersparen. Das schätzen führende Forschungseinrichtungen. Nicht schlecht, oder? Du musst übrigens nicht studieren – auch in vielen Ausbildungsberufen kannst du viel bewegen, wenn du einen Teil deines Einkommens spendest.

Ein Vorteil am Spenden: Du bist sehr flexibel. Wenn neue Forschungserkenntnisse zeigen, dass ein anderes Problem noch wichtiger ist, kannst du das Ziel deiner Spenden kurzfristig ändern – eine Karriere lässt sich nicht so leicht wechseln. Falls du dir einen Karrierewechsel vorstellen kannst, helfen wir dir gern dabei!

Vielleicht ging es dir so wie vielen Menschen: Du wusstest nicht, dass spenden wirklich etwas verändern kann. Aber es ist für viele Menschen eine echte Option, denn du brauchst keine besonderen Fähigkeiten dafür und kannst sofort anfangen. Wenn du möchtest, kannst du dich mit anderen treffen, die auch spenden. Oder du unterschreibst ein öffentliches Versprechen zum regelmäßigen Spenden an effektive Organisationen. Beides kann dir helfen, langfristig motiviert zu bleiben, auch wenn sich dein Umfeld nicht mit den wichtigsten Problemen der Welt beschäftigt.

Verändere nichts zum Schlechteren

Mit manchen Berufen richtest du direkten Schaden in der Welt an, zum Beispiel weil die Arbeit sehr schlecht fürs Klima ist oder direkt Menschen schadet. Wenn du dort deutlich mehr Geld verdienst und spendest, kann der Effekt unterm Strich positiv sein. Trotzdem empfehlen wir dir, keinen Job anzunehmen, der Schaden anrichtet. Wenn du das bereits getan hast, kannst du immer noch in eine Karriere wechseln, die keinen Schaden anrichtet oder sogar direkt Gutes tut. Denn es gibt sehr viele Jobs, die positive Auswirkungen haben oder wenigstens niemandem schaden.

Arbeitest du in einer schädlichen Branche und willst wechseln, weißt aber nicht wie? Sprich mit uns! Viele deiner Fähigkeiten kannst du wahrscheinlich in einer anderen Karriere mit positivem Impact einsetzen.

Was passt zu dir?

Unsere kostenlose Karriereberatung kann dir dabei helfen, deine Möglichkeiten zu entdecken und einen klaren Plan zu entwickeln, wie du mit deiner Arbeit einen großen Unterschied machen kannst. Wir reden darüber, welche Jobs am meisten Impact haben und wie du deine Fähigkeiten und Interessen optimal einsetzen kannst, um globale Probleme zu lösen. Nutze die Gelegenheit, um deine Fragen zu klären und die ersten Schritte zu einer wirkungsvollen Karriere zu gehen.

Frage jetzt unsere kostenlose Karriereberatung an und finde heraus, wie du mit deiner Arbeit die Welt verändern kannst.

Mehr lernen

Du kannst vor dem Beratungsgespräch auch erst deine persönlichen Karriereoptionen identifizieren oder nochmal nachlesen, was eine erfüllende Karriere ausmacht.

 

Du möchtest anders aktiv werden? 

Entdecke eine Auswahl an Vorschlägen für den Einstieg in den Effektiven Altruismus.